Trennung in Bürs

Die erste „Gemeindegut“ – Trennung in Vorarlberg zwischen der politischen Gemeinde und den Nutzungsberechtigten fand in Bürs statt. Unter „Gemeindegut“ ist nicht das Gemeindevermögen (Vermögen der politischen Gemeinde) zu verstehen, sondern die von den Nutzungsberechtigten agrargemeinschaftlich genutzte Grundflächen. 

Auf Antrag der Gemeinde Bürs wurde von der Agrarbezirksbehörde in Bregenz unter dem damaligen Amtsvorstand Dr. Kühne bereits 1954 auf Grund des Flurverfassungsgesetzes 1951 ein „Regulierungsverfahren“ über das Gemeindegut von Bürs eingeleitet. Dieses wurde als vermögensrechtliche Auseinandersetzung  mit abschließendem Übereinkommen zwischen der Gemeinde Bürs und den Nutzungsberechtigten (Agrargemeinschaft) abgeschlossen. 

Zwischen der politischen Gemeinde und der Gemeinschaft der Nutzungsberechtigten fand nach umfangreichen Verhandlungen über die Abtretung von hunderten Grundparzellen eine Vermögensteilung statt. Für die Agrargemeinschaft federführend waren  damals Studienrat Plangg, Adolf Sähli und Ludwig Grass. Das dabei erarbeitete Übereinkommen wurde im September 1955 von der  Gemeindevertretung einstimmig genehmigt. 

Das Übereinkommen und somit die  Vermögensteilung (Hauptteilung) wurde von der Landesregierung als Aufsichtsbehörde für die Gemeinde und von der Agrarbehörde als „Regulierungsübereinkommen“ mit Erlass vorläufiger Statuten im Regulierungsbescheid vom 27. 2. 1956 genehmigt und mit Haupturkunde verbüchert. Damit war die selbständige Agrargemeinschaft Bürs als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. 

Im Übereinkommen zwischen der Gemeinde Bürs und der Agrargemeinschaft
wurden die einzelnen Punkte der Hauptteilung genau geregelt.

Die Agrargemeinschaft musste damals mit nichts beginnen. Ihr Aufbau  erforderte hohen persönlichen Einsatz der Verantwortlichen, größte Sparsamkeit und präzise Organisation.

Die Hauptsorge der jungen Gemeinschaft galt dem Wald. Er befand sich in einem sehr schlechten Zustand. Wegen Überalterung und starkem Wildverbiss gab es keine Verjüngung mehr. Wichtige Baumarten wie Weißtanne und Laubhölzer fielen ganz aus. 

Gemeinsam mit der Gemeinde Bürs  wurden viele für die gesamte Bevölkerung  
bedeutende Projekte ausgeführt.

Dank der engagierten Mitarbeit und Unterstützung durch viele Bürger und ehrenamtliche Funktionäre war es möglich, einen wirtschaftlich gesunden Betrieb aufzubauen im Sinne unserer Vorfahren und des Erhaltens lebenswerter Räume für zukünftige Generationen